Grüße an die Mitwirkenden der Festschrift: 800 Jahre Ersterwähnung Niederdorlas

Tief aus meinem Herzen geschrieben als einer von zwei Redakteuren und einer der Autoren der Festschrift zur 800-jährigen Ersterwähnung Niederdorlas, meines Heimatdorfes Niederdorla. 

Ensemble Fickentor, Kirche, Anger-Zugang. 

Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken,
Durch der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt."

_Friedrich Schiller

Liebe Autorinnen und Autoren,
Liebe Unterstützer der Festschrift zur 800-jährigen Ersterwähnung Niederdorlas,

ich sitze gerade unter anderem an den Grußworten, die ich entwerfen soll, kann, darf. Dabei muss ich mir vergegenwärtigen, was ich an unserer Festschrift zum Grüßen finde.

Zuerst und vor allem haben die Autorinnen und Autoren, Fotografen und Sammler und der Layouter einen herzlichen Gruß verdient. Ihr habt unglaublich viel geleistet und alles nebenbei und nebenher. Hut ab und: Donnerwetter.
 
Ein extra Gruß geht an Günter Baumgart, der wunderschöne Grafiken und Zeichnungen beigesteuert hat.
 
Ein weiterer Gruß soll gesendet werden an die Menschen, die sich an meinen Interviews beteiligt haben, auf Fotos zu sehen sind, Fotos spendierten und/oder sich durch Rat und Tat einbrachten.

Dann soll ein Dank gesendet werden an die Sponsoren, ohne die es die Festschrift als Buch nicht geben würde. Nach den Erfahrungen mit der Fertigung der Festschrift des NCC, weiß ich: Unsere Festschrift wird auch als Buch an sich etwas her machen, was seinesgleichen suchen kann, aber nicht finden wird. Philipp Unger wird wieder ein Schmuckstück schaffen.

Nun zu den inneren Werten der Festschrift: Es gab und gibt eine Unschärfe darüber, ob die Festschrift eine Chronik sei oder was gemeint sei, wenn ich immer wieder gesagt habe, die Festschrift wird ein buntes Mosaik von Themen aus Geschichte und Gegenwart, die in Niederdorla wichtig sind.

Das reißt drei Themen an, dazu drei Aussagen:

Erstens, unsere Festschrift wird auch eine Chronik sein. Sie beginnt in der Steinzeit und endet in der Gegenwart. Über jede Epoche wird berichtet. Ja, unsere Festschrift ist eine Chronik.

Zweitens, unsere Festschrift ist viele mehr als eine Chronik. Viele Autorinnen und Autoren schrieben über ihre Themen, Vereine und Interessen.

Wichtig dabei: Die Schreibenden brachten ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen ein. Typische Historiker versuchen sachlich zu schreiben, was nie gelingt, nicht gelingen kann, weil sie eben Menschen sind, selbst Automaten sind typisch. Unsere Schreibenden brauchten sich nicht zu verstecken. Sie dürfen sich offen zeigen und persönlich sein. Das macht unsere Festschrift einmalig, kostbar und unvergleichlich. Mir fehlen die Worte. Wie will ich Gänsehaut beschreiben, innere Bewegung und Stolz auf unsere Festschrift und damit auch auf Niederdorla, Stolz auf die Einmaligkeit von Festschrift und Dorf. Ich danke allen Autorinnen und Autoren. Mir fehlen die Worte, manchmal finde ich keine.

Drittens: Da Vollkommenheit selbst den lieben Gott anstrengt, können auch Mängel gefunden werden an unserer Festschrift, wenn man meckern will und einige werden es wollen: Wir, die Schreibenden, konnten nicht über ALLES und JEDEN schreiben. Günter Schlaffke und ich haben versucht, möglichst viel in die Festschrift zu packen.

Es konnte nicht gelingen, alles und jeden auftauchen zu lassen. Wir retten uns in drei Erkenntnisse: „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ und „Man kann suchen, was man nicht hat, und sich ärgern. Man kann aber auch finden, was man hat, und sich darüber freuen“. Der begnadete Schauspieler Jack Lemmon („Manche mögen´s heiß“) sagte: „Es gibt kein Rezept für Erfolg, nur ein Rezept für Misserfolg: Es allen recht machen zu wollen.“

Die Texte unserer Festschrift zeigen: Es ist doch viel schöner, Geschichte durch Menschen zu erfahren, als durch unpersönliche Akten. Das schafft unsere Festschrift.

Was bleibt zu schreiben? Inspiriert wurde die Idee unserer Festschrift von den beiden Sendungen „Unser Dorf hat Wochenende“, bei den Niederdorlaer ihr Tun und Machen vorstellen durften und damit unser Dorf zeigten. Deshalb Grüße an Jana Herold und die vier Teams vom MDR.

Kirchenvater Augustinus sagte: „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst. Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“
In allen Texten unserer Festschrift lodert die Liebe zu Niederdorla und seinen Menschen, von der Steinzeit bis heute. Unsere Festschrift wird das in die Zukunft tragen. Sie ist ein Leuchtfeuer, das bleibt.

Ich bin dankbar, dabei gewesen zu sein.
Michael Zeng
Redakteur der Festschrift 

www.NiederdorlaER.de

Niederdorlaer Kirchgemeinde lud zum 4. Hubertusgottesdienst mit Jagdbläsern und Falknern

Am Sonntag, dem 6. November, hatte die Niederdorlaer Kirchgemeinde zum Hubertusgottesdienst eingeladen. Die Jagdhornbläsern aus Anrode spielten. Drei Falkner und eine Falknerin kamen gern mit vier Greifvögeln. Die Kirche des zweitgrößten Vogteidorfes war gut gefüllt. Den evangelischen Gottesdienst leitete Pfarrerin Sylke Klingner. Für den Anlass engagierten sich viele Mitglieder der Kirchgemeinde. 

Sieglinde Fischer-Krieg hatte das Gotteshaus festlich geschmückt. „Sehr sehr schön“, fand der Leiter der Jagdhornbläser Peter Fruntke die Dekoration aus Nadelzweigen, Kerzen und Geweihen. Er konnte sich nicht sattsehen. Für ihr Engagement bekam Fischer-Krieg auch Applaus von den Besuchern des Gottesdienstes.

Zwanzig Musikerinnen und Musiker mit ihren Jagdhörnern erzeugten eine besondere musikalische Wucht. „Gänsehaut“, beschrieb Pfarrerin Klingner das. Und der Leiter der Jagdhornbläser sagte: „Das kannste nicht erzählen, das musste erleben.“

Gänsehaut sprießte auch, als die mehrheitlich katholischen Gäste gemeinsam mit den mehrheitlich evangelischen Besuchern das Glaubensbekenntnis sprachen und das Vaterunser beteten.

Die Falkner hatten vier Greifvögel dabei. Ute und Olaf Ehrich hielten einen Wüstenbussard und einen Sakerfalken. Joachim Müller kam mit einem Steinadler und einem Falken. Den trug Matthias Fritsch aus Niederdorla.

Den Falken nahm Pfarrerin Klingner auf die Faust im Lederhandschuh. So begrüßte sie die Gäste. Stolz trug Klingner das Tier herum. Der Vogel trug eine Maske, die in blind machte. So blieb er ruhig sitzen. Mit dem Falken auf der Faust sagte die Pfarrerin das erste Lied an: “Himmel und Erde, Luft und Meer”, die Nummer 504 im evangelischen Gesangbuch. Jens Hochheim las aus dem 12. Kapitel des Markusevangeliums.

Die Pfarrerin predigte, was Jäger und Christen verbindet: Bei beiden spielt die Kanzel eine Rolle. Die Jäger nutzen ihre Kanzel als Hochsitz für die Jagd, in der Kirche wird von der Kanzel gepredigt. Beide Orte können Weitsicht vermitteln, meinte Klingner.

Dann erzählte die Pfarrerin die Legende vom Heiligen Hubertus. An der Wende vom 7. zum 8. Jahrhundert lebte Hubertus als Graf im heutigen Belgien. Er verlor früh seine Frau und sein Kind. Darüber war er wütend und grämte sich sehr. Aus Kummer und Wut wurde Hubertus ein wilder Jäger. Seine Wut über seinen Verlust ließ er an den Tieren aus. Als er einen gewaltigen Hirsch erlegen wollte, erschien zwischen dessen Geweih ein strahlendes christliches Kreuz. Eine Stimme fragte aus dem hellen Schein: “Warum verfolgst Du mich?”

“Hubertus änderte sein Leben”, erzählte Pfarrerin Klingner. Der Wütende hörte auf, um sich selbst zu kreisen. Er fragte sich bei allem: “ Was tue ich eigentlich?” Er wurde zum christlichen Schutzpatron der Jagd und aller Berufe, die damit zu tun haben. Hubertus starb 727 als Bischof von Lüttich. Aus der Hubertus-Legende folgerte Pfarrerin Klingner: “Wer als Mensch in Gottes Ordnung eingreift, muss sich immer fragen: Wem nützt es?”

Pfarrerin und Kirchenratsmitglieder brachten die Fürbitten vor. So bat die Pfarrerin für den sorgsamen Umgang mit den Gaben der Natur. Sabine Muder bat für den Wald, den die Menschen als achtsame Gäste betreten sollten. Lutz Großkopf bat für Gärtner und Bauern. Jens Hochheim hielt Fürbitte für verstorbene Waidkameraden.

Sieglinde Fischer-Kriegs bat für Jägerinnen, Jäger, Falkner und deren Helfer. Die Jägerin engagiert sich für das Verständnis für die Aufgaben der Jagd.

Sieglinde Fischer-Krieg ist eine Jägerin. Für sie ist der Hubertus-Gottesdienst das Erntedankfest der Jäger. Das Jagdwesen hilft laut Fischer-Krieg, den Tierbestand unseres Waldes gesund und vielfältig zu halten. Wichtig war für sie, dass Jägerinnen und Jäger eine staatliche Prüfung ablegen müssen, ehe sie jagen dürfen.

Nach dem Gottesdienst waren die Bläser und Falkner eingeladen zum gemütlichen Beisammensein. Für das leibliche Wohl hatte die Kirchgemeinde gesorgt, es gab Spezialitäten vom Wild. Das gefiel allen. Es gab Zeit zum Plaudern: Die Falkner wurden gefragt, wie stark die Bindung ist zwischen Mensch und Greifvogel? Wie zwischen Mensch und Hund? Falkner Olaf Ehrich antwortete: “Vom Menschen aus ist die Prägung wie auf einen Hund.  Für den Vogel nicht. Der Mensch ist für den Vogel nur der Träger zur Jagd.”

Der Leiter der Jagdhornbläser, Peter Fruntke, fasste den Abend zusammen: Er dankte für den Gottesdienst, dankte der Kirchgemeinde, Sieglinde Fischer-Krieg und der Pfarrerin für “die Worte, die man mitnehmen kann”. 

Michael Zeng 

Liegt der Königshort der alten Thüringer unter dem Vogteier Meer?

Der Stausee fotografiert an einem Neujahrsabend.
Der Stausee fotografiert an einem Neujahrsabend.

Mit Hort bezeichneten Germanen einen gesammelten und gehüteten Schatz. 

Der sagenhafte Schatz des letzten Königs der alten Thüringer liegt vielleicht im Stausee?

Der Stausee, das VOGTEIER MEER, leert sich langsam. Sichtbar wird die Flur, die "Am Goldberg" heißt. Den Stausee gibt es seit 1975.

Professor Günter Behm-Blancke war der Ausgräber des Opfermoors. Er vermutete: Am Goldberg, also unterm Stausee, könnte Herminafried seinen Königsschatz vergraben haben. Unter dem Schutz der Götter des Opfermoors.

Herminafried, der letzte König des Reichs der Thüringer, starb 532. Er durfte Amalaberga heiraten, die Tochter Theoderichs des Großen, des Königs der Ostgoten. Das war der berühmte Dietrich von Bern, der deutschen Sagen. Herminafried war also kein armer König. Er war sehr reich und prächtig und mächtig.  

In den 530er-Jahren vernichteten die Franken das Reich der Thüringer durch siegreiche Schlachten an der Unstrut und durch Verrat. Der Thüringer König Herminafried wurde heimtückisch ermordet. Er wurde zu Friedensverhandlungen auf die Burg Zülpich gelockt und von den Burgmauern gestoßen. 

Mit dem Tod des Königs endete der Widerstand der Thüringer gegen die Franken. Thüringen wurde Teil des fränkischen Reiches.

Der Königsschatz des Herminafried wurde nie gefunden. Wo wurde der Hort versteckt?

Die Franken gründeten Orte, deren Namen auf -hausen enden. Die Dörfer und Städte der Thüringer enden auf -leben oder -stedt. Das zeigt, das Reich der Thüringer reichte von der Donau bis nördlichen des Harzes.

www.NiederdorlaER.de

Ewig junge Vogtei durch alte Bräuche

"Ein tiefer Sinn wohnt in allen Bräuchen. Man muss sie ehren."
_Schiller
"Was du ererbt von deinen Vätern hast. Erwirb es, um es zu besitzen. (...) Nur was der Augenblick erschafft, das kann er nützen."
_Goethe
Auf den Fotos sehen wir die Rechnungsgesellschaft Niederdorla zu Kirmes 2022. Wir sehen die diesjährigen Platzmeisterpaare, die Verlesung der Kirmespredigt und das Treppen-Foto vor der Gemeindeschenke in Niederdorla. 
Von links nach rechts: Kamerton, Platzmeister und Ehrendamen 2022, Mrilliese sowie die Rechnungsgesellschaft vor der Gemeindeschenke in Niederdorla
Von links nach rechts: Kamerton, Platzmeister und Ehrendamen 2022, Mrilliese sowie die Rechnungsgesellschaft vor der Gemeindeschenke in Niederdorla

Langulaer kennen alte (Zauber)Sprüche

Alle drei Vogteidörfer feiern Kirmes am Sonntag nach dem 14. September.  Am Kirmes-Montag geht's auf Hammelfahrt.
Hammelfahrt: Die Langulaer Rechnungsgesellschaft feiert ihre Ankunft an der Gemeindeschenke in Niederdorla. Foto: Rechnungsgesellschaft Langula
Hammelfahrt: Die Langulaer Rechnungsgesellschaft feiert ihre Ankunft an der Gemeindeschenke in Niederdorla. Foto: Rechnungsgesellschaft Langula

Am Kirmesmontag ist in der Vogtei Hammelfahrt

Die drei Rechnungsgesellschaften der drei Dörfer fahren per Kutsche zu den Kneipen der drei Dörfer. Auf dem Foto trifft die Rechnungsgesellschaft 2022 von Oberdorla in Niederdorla ein, hinter der Schenke.
Zur Hammelfahrt am Kirmesmontag trifft die Oberdorlaer Rechnungsgesellschaft ein hinter der Gemeindeschenke in Niederdorla.


Ursprünglich fuhr auf einer Kutsche auch ein Hammel mit. Der wurde geschlachtet.  Am ersten Tag gab's Lappensuppe (Magen) vom Hammel, am zweiten Tag Hammelbraten, am dritten Tag gab es Geschmink, ein Auflauf aus Hammelfleisch und Kartoffeln. 

Vogteier Kirmes vor 165 Jahren

1875 stand in der Zeitschrift "Die Gartenlaube" ein großer Artikel über die Vogteier. Mit Bild. Der Autor ist nicht genannt.

Er schrieb in seinem Artikel über Geschichte und Bräuche der Vogteier. Dazu gehörte auch die Beschreibung der Feiertage in der Vogtei. Nach Ostern und Pfingsten schreibt der Autor nun über den Kirmes-Sonntag:

Große Überraschung für Opfermoor zum Germanenfest

Es sollte eine Überraschung werden zum Germanenfest: Volker Wolf vom Roten Kreuz (DRK) in Niederdorla bat Kerstin Fernau um ein Treffen. Die Geschäftsführerin des Opfermoors wusste nicht, worum es ging bei dem Termin mit dem DRK am Sonntag zum Germanenfest. Bettina Fischer, die Mitarbeiterin vom Opfermoor, hat ein Jahr lang nichts verraten. Sie wusste um das Vorhaben des DRK.
Volker Wolf und Peter Graf haben eine Überraschung für Kerstin Fernau
Volker Wolf und Peter Graf haben eine Überraschung für Kerstin Fernau

Rundherum gelungen: Das Germanenfest am Opfermoor 2022

Das Germanenfest 2022 am Opfermoor war wieder ein Ereignis, das örtlich und zeitlich weit hinausragt über das Opfermoor, das wir kennen.

Die Geschäftsleiterin des Opfermoors Kerstin Fernau zählt auf: „Wir hatten zum Fest 1.300 zahlende Gäste, Erwachsene und Kinder zusammen. Dazu kamen 195 Kinder unter Idolmaß, was kostenlosen Eintritt bedeutet.“ Ihre Hochachtung vor dem Engagement am Opfermoor zeigten 27 Ehrengäste. Und 42 Gäste in germanischer Gewandung sorgten für authentische Atmosphäre.

Authentisch bedeutet laut Duden: echt; den Tatsachen entsprechend und daher glaubwürdig. Das ist
den Darstellern und dem Opfermoor-Team sehr wichtig bei ihrem Tun und Machen. Das schenkt Authentisch bedeutet laut Duden: echt; den Tatsachen entsprechend und daher glaubwürdig. Das ist den Darstellern und dem Opfermoor-Team sehr wichtig bei ihrem Tun und Machen. Das schenkt den Festen am Opfermoor ihre unvergleichliche Atmosphäre.
Darsteller aus jedem Jahrhundert gaben sich ein Stelldichein
Darsteller aus jedem Jahrhundert gaben sich ein Stelldichein